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Was ist der Unterschied zwischen metrischem und Zoll-Gewinde?
Metrische Gewinde (Bezeichnung: M6, M8, M10 etc.) basieren auf dem metrischen System — der Nenndurchmesser und die Steigung werden in Millimetern angegeben (z. B. M8×1,25: 8 mm Durchmesser, 1,25 mm Steigung). Zoll-Gewinde (UNC, UNF, BSP, NPT etc.) verwenden Zoll als Maßeinheit — z. B. 1/2"-20 UNF (halber Zoll Durchmesser, 20 Gänge pro Zoll). Beide Systeme sind nicht kompatibel: Ein metrisches Gewinde passt nicht in ein Zoll-Gewinde.
Anwendung in der Praxis
Im deutschen Handwerk dominiert das metrische ISO-Gewinde nach DIN 13. Es kommt in Maschinenbau, Metallbau, Elektroinstallation und bei allen DIN-/ISO-Schrauben zum Einsatz. Zoll-Gewinde begegnen dir trotzdem regelmäßig: In der SHK-Installation bei Wasseranschlüssen (G 1/2", G 3/4" nach DIN ISO 228), bei Pneumatik (R-Gewinde nach ISO 7), bei US-Importmaschinen und bei Fahrrad- und Fototeilen. Entscheidend: Vor dem Schneiden oder Nachschneiden immer prüfen, ob metrisch oder Zoll vorliegt. Ein Gewindemesser (Gewindelehre) kostet unter 10 € und verhindert teure Fehlschraubungen. Metrische Feingewinde (z. B. M10×1,0 statt M10×1,5) kommen bei Hydraulik und im Kfz-Bereich vor.
Wichtige Kennzahlen
- M6 (ISO): 6 mm Durchmesser, 1,0 mm Steigung, Kernloch 5,0 mm
- M8 (ISO): 8 mm Durchmesser, 1,25 mm Steigung, Kernloch 6,8 mm
- M10 (ISO): 10 mm Durchmesser, 1,5 mm Steigung, Kernloch 8,5 mm
- G 1/2" (BSP): 20,955 mm Durchmesser, 14 Gänge/Zoll (Wasseranschluss)
- G 3/4" (BSP): 26,441 mm Durchmesser, 14 Gänge/Zoll
- R-Gewinde (konisch): Für druckdichte Verbindungen (Gas, Pneumatik)
- NPT (US): Konisches Rohrgewinde — NICHT mit BSP kompatibel
Verwandte Begriffe
- Gewindeschneiden — Gewinde selbst herstellen
- DIN-Normen im Handwerk — Normen für Gewinde
- Ratschenkasten Vergleich — Steckschlüssel für metrisch und Zoll
- Schraubendreher-Set Vergleich — Passendes Werkzeug
- HSS-Bohrer — Für Kernlochbohrungen
Praxis-Tipp
Halte immer eine Gewindelehre (metrisch + Zoll) in der Werkzeugtasche. Vor dem Gewindeschneiden: Kernlochdurchmesser = Nenndurchmesser minus Steigung (z. B. M8: 8 - 1,25 = 6,75 mm → 6,8 mm Bohrer). Bei SHK-Arbeiten: Rohrgewinde G (zylindrisch, dichtungspflichtig) und R (konisch, selbstdichtend) nicht verwechseln — das gibt Leckagen.
Werkstatt-Ratgeber Redaktion
Fachredaktion — geprüft und aktualisiert
Quelle: werkstatt-ratgeber.de/lexikon/gewindeart-metrisch-zoll

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