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Keilzinkenverbindung — Was ist das und wie funktioniert sie?

Keilzinkenverbindung — Was ist das und wie funktioniert sie?

Was ist eine Keilzinkenverbindung und wie funktioniert sie? Definition, Ablauf, Kennzahlen und Praxistipps für Handwerker. Verständlich erklärt im Werkstatt-Ratgeber Lexikon.

lexikon18. Dezember 2025
Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Keilzinkenverbindung?

Eine Keilzinkenverbindung (auch Fingerjoint oder Keilzinkung) ist eine verleimte Holzverbindung, bei der zwei Holzstücke über ineinandergreifende keilförmige Zinken in Längsrichtung verbunden werden. Die Zinken vergrößern die Leimfläche um das rund 10-Fache und erzeugen eine formschlüssige Verbindung, die fester ist als das umgebende Holz. Sie ist der Standard für Brettschichtholz (BSH) und Leimholz.

Wie funktioniert eine Keilzinkenverbindung?

Der Ablauf ist in jedem Fall gleich — ob im Sägewerk oder in der Schreinerei:

  1. Fräsen: Auf einer Keilzinken-Fräsmaschine werden in die Stirnseiten beider Hölzer identische, keilförmige Zinken gefräst (Zinkenlänge 10–50 mm).
  2. Beleimen: Die Zinkenflächen werden mit PUR- oder MUF-Leim bestrichen. Durch die vielen Zinken entsteht eine ca. 10-mal größere Leimfläche als bei einem stumpfen Stoß.
  3. Fügen und Pressen: Die Hölzer werden axial ineinandergeschoben und unter hydraulischem Druck (5–10 N/mm²) verpresst. Die Keilform zieht die Zinken selbstzentrierend zusammen.
  4. Aushärten: Nach dem Abbinden des Leims ist die Verbindung durchgehend belastbar — bei tragenden Hölzern nach DIN EN 15497 zertifiziert.

Anwendung in der Praxis

Im Holzbau ermöglicht die Keilzinkung die Herstellung beliebig langer Holzbalken aus kurzen Abschnitten — Brettschichtholz-Träger von 20 Metern und mehr sind nur durch Keilzinkenverbindung möglich. In der Schreinerei wird die Technik für fehlerfreie Lamellen verwendet: Äste und Risse werden herausgekappt und die verbleibenden Stücke keilgezinkt. Die Verbindung wird auf speziellen Keilzinken-Fräsmaschinen hergestellt und unter hydraulischem Druck verleimt. Im tragenden Holzbau müssen Keilzinkenverbindungen nach DIN EN 15497 zertifiziert sein. Wichtig: Keilgezinktes Konstruktionsholz darf nicht auf der Baustelle nachgekürzt werden, wenn der Schnitt durch die Zinkenverbindung geht — das reduziert die Tragfähigkeit.

Wichtige Kennzahlen

  • Zinkenlänge: 10–50 mm (tragend: min. 15 mm nach DIN EN 15497)
  • Zinkenabstand (Pitch): 3,8–6,2 mm
  • Leimflächen-Vergrößerung: ca. 10× gegenüber Stumpfstoß
  • Festigkeit: ≥ Holzfestigkeit (Bruch im Holz, nicht in der Fuge)
  • Pressdruck: 5–10 N/mm² (axial)
  • Leim: PUR oder MUF (für tragende Verbindungen)
  • Norm tragend: DIN EN 15497, DIN EN 14080 (BSH)

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Verwandte Begriffe

Praxis-Tipp

Keilgezinktes Leimholz (KVH) aus dem Holzhandel ist qualitativ besser als Vollholz gleicher Dimension — es ist formstabiler, rissärmer und hat definierte Festigkeitswerte. Für sichtbare Anwendungen (Dachstuhl offen, Pergola) auf durchgehende Lamellen an der Sichtseite achten oder „sichtbare Qualität" bestellen. Im Möbelbau: Keilzinken stören bei transparenter Oberflächenbehandlung (Öl, Wachs) — hier Massivholz verwenden.

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Werkstatt-Ratgeber Redaktion

Fachredaktion — geprüft und aktualisiert

Geprüft am 18. Dezember 2025

Quelle: werkstatt-ratgeber.de/lexikon/keilzinken