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Was ist Wechselstrom / Drehstrom?
Wechselstrom (AC, 230 V, einphasig) ist der Standardstrom aus der Haushaltssteckdose — eine Phase (L), ein Neutralleiter (N) und der Schutzleiter (PE). Drehstrom (Dreiphasenwechselstrom, 400 V, dreiphasig) nutzt drei Phasen (L1, L2, L3), einen Neutralleiter und Schutzleiter. Die drei Phasen sind um jeweils 120° zueinander versetzt. Drehstrom liefert die dreifache Leistung einer einzelnen Phase und ermöglicht den Betrieb leistungsstarker Maschinen.
Anwendung in der Praxis
In der Werkstatt sind beide Stromarten im Einsatz. Handwerkzeuge (Bohrmaschine, Winkelschleifer, Stichsäge) laufen mit 230 V Wechselstrom. Stationäre Maschinen ab ca. 2,5 kW — Tischkreissäge, Abrichte, Kompressor, Schweißgerät — benötigen 400 V Drehstrom (CEE-Steckdose, „roter Stecker"). Der Vorteil von Drehstrom: gleichmäßigerer Motorlauf, höheres Anlaufmoment und die Möglichkeit, Motoren über 3 kW sinnvoll zu betreiben. Auf Baustellen wird Drehstrom über den Baustromverteiler bereitgestellt (CEE 16 A oder CEE 32 A). Werkstätten, die Drehstrom benötigen, müssen dies bei der Elektroinstallation berücksichtigen — ein nachträglicher Anschluss kostet 500–1.500 €.
Wichtige Kennzahlen
- Wechselstrom (1~): 230 V, 16 A → max. 3,68 kW
- Drehstrom (3~): 400 V, 16 A → max. 11,0 kW
- Drehstrom (3~): 400 V, 32 A → max. 22,0 kW
- CEE 16 A: Roter Stecker, 5-polig (3L + N + PE)
- CEE 32 A: Roter Stecker, größer, für Schweißgeräte
- Frequenz: 50 Hz (Europa), 60 Hz (USA)
- Schuko-Steckdose: Max. 16 A = 3.680 W
Verwandte Begriffe
- Watt / Leistung — Leistungsberechnung
- Elektrische Sicherheit in der Werkstatt — FI-Schutzschalter
- VDE-Werkzeug — Arbeiten an Elektrik
- Sanftanlauf — Einschaltstrom begrenzen
- IP-Schutzklassen — CEE-Stecker Schutzgrad
Praxis-Tipp
Wenn du eine neue Werkstatt einrichtest, lass mindestens zwei CEE-16A-Drehstromdosen installieren — auch wenn du sie noch nicht brauchst. Der Elektriker ist sowieso da, und die Nachrüstung kostet ein Vielfaches. Für die Tischkreissäge und den Kompressor wirst du sie früher brauchen als gedacht. Tipp: Drehstrom-Umrichter (Frequenzumrichter) ermöglichen notfalls den Betrieb von 400-V-Maschinen an 230 V.
Werkstatt-Ratgeber Redaktion
Fachredaktion — geprüft und aktualisiert
Quelle: werkstatt-ratgeber.de/lexikon/wechselstrom-drehstrom

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