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Wendeschneidplatten — Was ist das? Einfach erklärt

Wendeschneidplatten — Was ist das? Einfach erklärt

Was bedeutet Wendeschneidplatten? Definition, Anwendung und Praxistipps für Handwerker. Verständlich erklärt im Werkstatt-Ratgeber Lexikon.

lexikon17. März 2026
Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Wendeschneidplatte?

Eine Wendeschneidplatte (WSP, auch Indexable Insert) ist ein austauschbares Schneidelement aus Hartmetall, Keramik oder CBN, das in einen Werkzeughalter geklemmt wird. Wenn eine Schneidkante stumpf ist, wird die Platte gedreht (gewendet) und eine frische Kante kommt zum Einsatz — daher der Name. Eine quadratische Wendeschneidplatte hat 4, eine dreieckige 3 und eine runde unendlich viele nutzbare Kanten. Das Wechselprinzip spart Zeit und Kosten: Der teure Halter bleibt, nur die günstige Platte wird getauscht.

Anwendung in der Praxis

Wendeschneidplatten sind der Standard in der industriellen Zerspanung: Drehen, Fräsen, Bohren und Stechen. Im Handwerksbetrieb begegnen sie dem Metallbauer bei der Drehmaschine und im Planfräser. Die Auswahl der richtigen Platte richtet sich nach Material, Schnittgeschwindigkeit und Bearbeitungsart. Die ISO-Bezeichnung (z. B. CNMG 120408) kodiert Form (C = Rhombus 80°), Freiwinkel (N = 0°), Toleranzklasse (M), Befestigungsart (G = mit Spanbrecher), Kantenlänge (12 mm), Dicke (04 mm) und Eckenradius (08 = 0,8 mm). Beschichtete Platten (TiN, TiAlN, Al₂O₃) erhöhen die Standzeit nochmals um den Faktor 2–5 gegenüber unbeschichtetem Hartmetall.

Wichtige Kennzahlen

  • Formen: C (Rhombus 80°), D (55°), S (Quadrat), T (Dreieck), R (Rund), W (80° trigon)
  • Beschichtung: TiN (gold), TiCN (grau-violett), TiAlN (schwarz), CVD-Al₂O₃
  • Kantenlänge: 6–25 mm (häufig 12 mm und 16 mm)
  • Eckenradius: 0,4 / 0,8 / 1,2 / 1,6 mm
  • ISO-Bezeichnung: CNMG 120408 (genormt nach ISO 1832)
  • Standzeit: 15–60 min Schnittzeit pro Kante (abhängig von Parametern)
  • Sortenklassen: P (Stahl), M (Edelstahl), K (Guss), N (NE-Metalle), S (Superlegierungen), H (gehärtet)

Verwandte Begriffe

Praxis-Tipp

Wähle den größtmöglichen Eckenradius, den dein Werkstück erlaubt — ein größerer Radius ist stabiler, erzeugt eine bessere Oberfläche und hält länger. Für Schlichtbearbeitung an Stahl: Eckenradius 0,8 mm, Vorschub = halber Eckenradius (0,4 mm/U). Und: Sortiere gebrauchte Platten sofort nach dem Wenden aus der Packung aus — einmal eine stumpfe Kante versehentlich wiedereinsetzen kostet mehr als 10 neue Platten.

#wendeschneidplatte #hartmetall #drehen #fräsen #zerspanung

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Werkstatt-Ratgeber Redaktion

Fachredaktion — geprüft und aktualisiert

Geprüft am 17. März 2026

Quelle: werkstatt-ratgeber.de/lexikon/wendeschneidplatten