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Was ist ein Magnetbohrständer?
Ein Magnetbohrständer (auch Magnetbohrmaschine oder Mag-Drill) ist eine tragbare Bohrmaschine mit einem starken Elektromagneten als Standfuß. Der Magnet hält die Maschine fest auf Stahlträgern, Blechen und Metallkonstruktionen — selbst an senkrechten Flächen oder über Kopf. In Kombination mit Kernbohrern (Hohlbohrern) bohrt er Löcher von 12–150 mm Durchmesser in Stahl, ohne vorzubohren. Im Stahlbau und Metallbau ist er das Standardwerkzeug für Montagearbeiten vor Ort.
Anwendung in der Praxis
Im Stahlbau werden Magnetbohrständer auf der Baustelle eingesetzt, wenn Stahlträger (HEB, IPE) nachträglich gebohrt werden müssen — etwa für Anschlussplatten, Konsolbefestigungen oder nachträgliche Verbindungen. Der Vorteil gegenüber der Ständerbohrmaschine: Die Maschine kommt zum Werkstück, nicht umgekehrt. Kernbohrer schneiden nur den Rand des Lochs und erzeugen einen Bohrkern — das spart bis zu 80 % Energie gegenüber Spiralbohrern und ermöglicht große Durchmesser ohne Vorbohren. Für Gewindebohrungen wird ein Gewindeschneid-Adapter eingesetzt. Moderne Magnetbohrständer haben eine automatische Vorschubsteuerung und eine Magnet-Haftkontrolle, die die Maschine bei zu geringer Haftkraft abschaltet.
Wichtige Kennzahlen
- Magnetkraft: 9.000–18.000 N (je nach Modell)
- Kernbohrer-Durchmesser: 12–150 mm
- Bohrtiefe: 30–50 mm (Standardkernbohrer), bis 110 mm (Langkernbohrer)
- Drehzahl: 250–800 U/min (abhängig vom Durchmesser)
- Motorleistung: 1.000–1.800 W
- Min. Blechstärke für Magnet: 6–8 mm (empfohlen)
- Gewicht: 12–30 kg
Verwandte Begriffe
- Lochkreis — Bohrbilder auf Flanschen
- Anreißwerkzeug — Bohrlöcher anreißen
- Wendeschneidplatten — Schneidmaterial in Kernbohrern
- Fase / Entgraten — Bohrungen entgraten
- Bohrmaschine Vergleich — Alternative Bohrmaschinen
Praxis-Tipp
Reinige die Auflagefläche des Magneten und die Werkstückoberfläche vor jedem Einsatz — Späne, Rost und Farbe reduzieren die Haftkraft drastisch. Nutze immer Schneidöl beim Kernbohren in Stahl — Trockenbohren zerstört die Schneidkanten nach 2–3 Bohrungen. Und: Sichere die Maschine bei Überkopf-Arbeiten zusätzlich mit einer Kette oder einem Sicherungsseil — bei Stromausfall fällt der Elektromagnet aus.
Werkstatt-Ratgeber Redaktion
Fachredaktion — geprüft und aktualisiert
Quelle: werkstatt-ratgeber.de/lexikon/magnetbohrstaender

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