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Inhaltsverzeichnis
Schimmelige, vergilbte oder abgelöste Silikonfugen sind der häufigste optische Mangel im Badezimmer. Die gute Nachricht: Silikonfugen erneuern ist eine der einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Renovierungsmaßnahmen. In zwei Stunden verwandelst du ein heruntergekommenes Bad in ein frisch wirkendes — ganz ohne Fliesenleger.
Materialliste
- Sanitärsilikon (fungizid/schimmelresistent, für Bad und Küche)
- Silikonentferner (Paste oder Spray)
- Malerkrepp (Abklebeband, 19 mm)
- Spülmittel (1 Tropfen auf 500 ml Wasser)
- Isopropanol (Reinigungsalkohol)
- Küchenrolle oder fusselfreie Tücher
Werkzeug
- Kartuschenpresse (Silikonpistole)
- Fugenkratzer oder Cuttermesser
- Fugenglätter-Set (verschiedene Profile)
- Sprühflasche für Spülmittel-Lösung
- Einweghandschuhe
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Robuste Silikonpistole mit hohem Druckverhältnis (1:18) für gleichmäßigen Silikonauftrag. Tropfstopp-Funktion verhindert ungewolltes Nachfließen.
Schritt 1: Alte Fuge entfernen
Das vollständige Entfernen der alten Fuge ist der wichtigste Schritt. Neues Silikon haftet nicht auf altem Silikon — jeder Rest unter der neuen Fuge führt dazu, dass sie sich nach wenigen Monaten wieder ablöst.
Schneide die alte Fuge mit einem Fugenkratzer oder einem scharfen Cuttermesser beidseits ein. Ziehe dann das Silikon in möglichst langen Streifen heraus. Bei hartnäckigen Resten hilft ein Silikonentferner: Paste auftragen, Einwirkzeit beachten (je nach Produkt 2–24 Stunden) und dann mit einem Kunststoffspachtel abschaben.
Achtung bei Acryl-Fugen: Acryl sieht ähnlich aus wie Silikon, lässt sich aber leichter mit einem Spachtel entfernen. Im Bad sollte grundsätzlich Sanitärsilikon verwendet werden, kein Acryl — Acryl ist nicht dauerhaft wasserdicht und schimmelt schneller.
Nimm dir für die Entfernung lieber 30 Minuten mehr Zeit. Eine 90 % saubere Fuge ist genauso schlecht wie gar nicht gereinigt — das Silikon haftet nur auf 100 % sauberem Untergrund.
Schritt 2: Fugenränder reinigen
Nach dem mechanischen Entfernen der alten Fuge reinigst du die Fugenränder chemisch. Verwende Isopropanol (Reinigungsalkohol) oder den Silikonentferner, um letzte Fett-, Kalk- und Seifenreste zu entfernen.
Sprühe den Reiniger auf einen fusselfreien Lappen und wische beidseits entlang der Fuge. Lass die Oberfläche vollständig trocknen (5–10 Minuten). Berühre die gereinigten Flächen nicht mehr mit den Fingern — Hautfett ist der häufigste Grund für mangelnde Haftung.
Prüfe auch die Fugenbreite und -tiefe. Die ideale Fugenbreite liegt bei 5–8 mm, die Tiefe bei der Hälfte der Breite. Ist die Fuge tiefer als 8 mm, fülle den Grund mit einer Rundschnur (Hinterfüllprofil) auf — das spart Silikon und verhindert die Drei-Flanken-Haftung, die zu Rissen führt.
Die Drei-Flanken-Haftung ist der häufigste Fehler: Silikon klebt an Boden, linker Wand und rechter Wand (drei Flanken). Bei Bewegung kann es nicht elastisch nachgeben und reißt. Richtig: Hinterfüllprofil einlegen, damit das Silikon nur an den zwei Seitenflanken haftet.
Schritt 3: Oberfläche abkleben
Klebe Malerkrepp beidseits der Fuge parallel zur Fugenkante auf. Der Abstand zwischen den Kreppstreifen bestimmt die spätere Fugenbreite — miss den Abstand an mehreren Stellen, damit die Fuge gleichmäßig breit wird.
Drücke das Klebeband fest an, besonders in Fliesenvertiefungen und an Fliesen mit strukturierter Oberfläche. Lose sitzendes Krepp führt zu unsauberen Kanten, die dein Ergebnis ruinieren.
Profi-Tipp: Bei langen Fugen (Badewanne, Dusche) klebe zuerst eine Seite komplett ab, dann die andere. So vermeidest du, dass das Klebeband verrutscht, während du die andere Seite klebst.
Das Abkleben dauert länger als das eigentliche Verfugen — aber es macht den Unterschied zwischen einer Profi-Fuge und einer Pfusch-Fuge. Nimm dir die Zeit.
Schritt 4: Silikon einbringen
Schneide die Kartuschenspitze im 45°-Winkel ab. Die Öffnung sollte etwas schmaler sein als die Fugenbreite — du willst einen leichten Überschuss, keinen riesigen Silikonberg.
Setze die Kartusche am Fugenanfang an und ziehe sie gleichmäßig und ohne Unterbrechung entlang der Fuge. Die Geschwindigkeit bestimmt die Menge: Zu schnell = zu wenig Silikon, zu langsam = zu viel.
Wichtige Regeln:
- Ziehen, nicht drücken: Die Kartusche in Arbeitsrichtung ziehen, nicht schieben. So füllt das Silikon die Fuge von unten nach oben.
- Keine Unterbrechungen: Setze nicht ab und beginne erneut — Ansatzstellen sind immer sichtbar.
- Blasenfrei arbeiten: Luftblasen im Silikon verursachen Hohlräume, die später Wasser durchlassen.
Silikonwahl: Verwende im Bad ausschließlich Sanitärsilikon mit fungizider Ausrüstung (Anti-Schimmel). Normales Silikon schimmelt im Bad innerhalb von 6–12 Monaten. Gute Sanitärsilikone halten 5–10 Jahre schimmelfrei. Achte auf die Farbe: Weiß, Transparent oder Jasmin — passend zu Fliesen und Sanitärobjekten.
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Schritt 5: Fuge abziehen
Direkt nach dem Einspritzen ziehst du die Fuge ab. Warte nicht — Silikon bildet innerhalb von 5–10 Minuten eine Haut.
Befeuchte deinen Zeigefinger mit Spülmittel-Wasser (1 Tropfen Spülmittel auf 500 ml Wasser) und ziehe in einem gleichmäßigen Zug über die Fuge. Der angefeuchtete Finger gleitet über das Silikon, ohne es mitzunehmen.
Alternativ verwende einen Fugenglätter aus Kunststoff — er erzeugt ein gleichmäßigeres Profil als der Finger, besonders bei langen Fugen und konkaven (nach innen gewölbten) Fugenformen.
Regeln für sauberes Abziehen:
- Immer in eine Richtung ziehen, nie hin und her
- Überschüssiges Silikon nach jedem Zug vom Finger/Glätter abwischen
- Nicht zu fest drücken — das Silikon soll in der Fuge bleiben, nicht am Rand herausquellen
- Einen Zug = eine Fuge. Nie unterbrechen und nochmal ansetzen
Schritt 6: Klebeband abziehen & trocknen lassen
Sofort nach dem Abziehen das Malerkrepp entfernen — solange das Silikon noch feucht ist. Ziehst du das Krepp zu spät ab, reißt es Silikon mit und hinterlässt eine gezackte Kante.
Ziehe das Klebeband langsam und im flachen Winkel (30°) von der Fuge weg. Nicht ruckartig reißen — das spritzt Silikon auf die sauberen Fliesen.
Nach dem Entfernen des Krepps kontrolliere die Fuge auf Fehlstellen. Kleine Unebenheiten kannst du jetzt noch mit dem angefeuchteten Finger nachbessern, aber nicht zu viel korrigieren — jeder zusätzliche Arbeitsgang verschlechtert das Ergebnis.
Trocknungszeit: Sanitärsilikon braucht mindestens 24 Stunden, bis es durchgehärtet ist. In dieser Zeit die Fuge nicht mit Wasser belasten. Bei dicken Fugen (über 8 mm) kann die vollständige Durchhärtung bis zu 72 Stunden dauern.
Lüfte das Bad während der Trocknungszeit gut — Silikon härtet durch Luftfeuchtigkeit, gibt aber dabei Essigsäure ab (der typische Geruch). Diese muss abziehen.
Häufige Fehler vermeiden
- Altes Silikon nicht vollständig entfernt: Die häufigste Ursache für Fugenversagen. Neues Silikon haftet nicht auf altem — 100 % entfernen, keine Kompromisse.
- Acryl statt Silikon im Bad: Acryl ist wasserempfindlich und nicht dauerhaft elastisch. Im Bad und in der Küche immer Sanitärsilikon verwenden.
- Zu viel Silikon: Dicke Silikonwürste sehen nicht nur schlecht aus, sie trocknen auch innen nicht durch. Lieber dünn und sauber arbeiten.
- Krepp zu spät entfernt: Spätestens 5 Minuten nach dem Abziehen muss das Krepp weg. Nach dem Antrocknen ist es zu spät — dann lieber die Fuge komplett neu machen.
- Zu schnell duschen: 24 Stunden warten. Wasser auf frischem Silikon unterbricht den Aushärtungsprozess und schwächt die Fuge.
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Sechs verschiedene Fugenprofile für jede Fugensituation: von der schmalen Eckfuge bis zur breiten Wannenfuge. Ergibt sauberere Ergebnisse als der Finger.
Kosten im Überblick
| Position | Kosten |
|---|---|
| Sanitärsilikon (1 Kartusche, 300 ml) | 5–10 EUR |
| Silikonentferner | 5–10 EUR |
| Malerkrepp (2 Rollen) | 4–8 EUR |
| Kartuschenpresse | 8–15 EUR |
| Fugenglätter-Set | 5–10 EUR |
| Isopropanol | 3–5 EUR |
| Gesamt | 30–58 EUR |
Ein Fliesenleger berechnet für das gleiche Ergebnis 80–150 EUR (Arbeitszeit + Material).
Fazit
Silikonfugen erneuern ist das perfekte Einsteiger-Projekt: geringes Risiko, niedrige Kosten und ein sofort sichtbares Ergebnis. Die drei Schlüssel zum Erfolg sind: alte Fuge vollständig entfernen, sauber abkleben und zügig in einem Zug abziehen. Mit etwas Übung schaffst du ein Ergebnis, das vom Profi-Handwerker nicht zu unterscheiden ist.
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Werkstatt-Ratgeber Redaktion
Fachredaktion — geprüft und aktualisiert
Quelle: werkstatt-ratgeber.de/ratgeber/silikon-fugen-erneuern-anleitung







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