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Inhaltsverzeichnis
Eine Trockenbau-Wand ist die schnellste und sauberste Methode, um Räume zu unterteilen. Kein Mörtel, kein Putz, keine Trocknungszeit — und trotzdem eine vollwertige Wand mit guten Schallschutzwerten. In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du eine nicht-tragende Innenwand fachgerecht erstellst.
Hinweis: Tragende Wände dürfen nur nach statischer Berechnung erstellt werden. Diese Anleitung gilt ausschließlich für nicht-tragende Trennwände. Ebenso dürfen bestehende Wände nicht ohne statische Prüfung entfernt werden.
Materialliste
- CW-Ständerprofile 75 mm (oder 100 mm für besseren Schallschutz)
- UW-Anschlussprofile 75 mm (Boden + Decke)
- Gipskartonplatten 12,5 mm (beidseitig)
- Mineralwolle-Dämmung 60 mm (WLG 035 oder 040)
- Schnellbauschrauben 3,9 × 25 mm (Beplankung)
- Dübel + Schrauben für UW-Profile
- Dichtungsband (Schallschutz-Trennstreifen)
- Fugenspachtel und Bewehrungsstreifen
- Tiefengrund
- Installationsrohre und Hohlwanddosen (optional)
Werkzeug
- Akkuschrauber mit Trockenbauvorsatz
- Laser-Nivelliergerät oder Schlagschnur
- Blechschere (Profilschere)
- Cuttermesser und Richtlatte
- Kantenhobel für Gipskarton
- Spachtelset (8, 15 und 25 cm)
- Wasserwaage
- Schleifgitter (Körnung 120)
DeWalt DCF620D2K Akku-Magazinschrauber (18V, Trockenbau)
Magazinschrauber mit automatischem Schraubenvorschub — eine Schraube pro Sekunde. Der Tiefenstopp verhindert zuverlässig, dass Schrauben den Karton durchstoßen.
Schritt 1: Wandverlauf anzeichnen
Zeichne den gewünschten Wandverlauf auf dem Boden an. Verwende eine Schlagschnur für exakte Geraden. Übertrage die Linie mit einem Lot oder Laser-Nivelliergerät auf die Decke — die Bodenline und Deckenlinie müssen exakt übereinander liegen.
Markiere auch die Position auf den angrenzenden Wänden. Die Anschlussprofile an den Seitenwänden müssen exakt in einer Flucht mit Boden- und Deckenprofil liegen.
Planung vor dem Anzeichnen:
- Raumbreite: Durch eine 12,5-cm-Wand (Profil + beidseitige Beplankung) verlierst du Nutzfläche. Bei einer 75-mm-Unterkonstruktion beträgt die fertige Wandstärke ca. 100 mm.
- Türöffnung: Plane die Position und Breite der Türöffnung vorab. Standardtüren brauchen eine lichte Öffnung von 885 mm × 2.110 mm (für 735-mm-Türblatt).
- Installationen: Sollen Steckdosen, Schalter oder Leitungen in die Wand? Dann CW-100-Profile verwenden — die bieten mehr Platz für Installationen.
Schritt 2: UW-Profile an Boden und Decke
Klebe Dichtungsband (Schallschutz-Trennstreifen) auf die Rückseite der UW-Profile. Das Band entkoppelt die Wand akustisch von Boden und Decke — ohne Trennstreifen wird jeder Schritt hörbar übertragen.
Befestige die UW-Profile auf der angezeichneten Linie:
- Betonboden/Estrich: Nageldübel (6 × 40 mm) im Abstand von 50 cm
- Holzbalkendecke: Holzschrauben (4,5 × 45 mm) im Abstand von 50 cm
- Betondecke: Schlagdübel oder Nageldübel im Abstand von 50 cm
Spare an der Türposition den Bodenkanal aus — das UW-Profil läuft links und rechts der Türöffnung, nicht durch.
Befestige auch UW-Profile senkrecht an den angrenzenden Wänden (wieder mit Dichtungsband). Diese Wandanschluss-Profile nehmen die Gipskartonplatten auf und sorgen für einen sauberen Abschluss.
Schritt 3: CW-Ständer einsetzen
Schneide die CW-Ständerprofile 10–15 mm kürzer als die Raumhöhe ab. So lassen sie sich leicht in die UW-Profile einsetzen und haben Spiel für Deckendurchbiegung.
Stelle die CW-Profile im Achsabstand von 62,5 cm in die UW-Kanäle. Die offene Seite der C-Form zeigt in Arbeitsrichtung — so kannst du die Platten leichter verschrauben.
Wichtig: Die CW-Profile werden nicht mit den UW-Profilen verschraubt. Sie stehen durch die Klemmwirkung zwischen Boden- und Deckenprofil. Verschraubung würde die Schallentkopplung aufheben.
Für die Türöffnung brauchst du verstärkte Ständer an beiden Seiten. Bei Türblättern bis 40 kg genügen doppelte CW-Profile (zwei Profile ineinander gesteckt). Bei schweren Türen (über 40 kg) verwende UA-Aussteifungsprofile — das sind massive Stahlprofile, die den Türrahmen tragen.
Über der Türöffnung kommt ein waagerechtes UW-Profil als Sturz. Schneide es auf die Öffnungsbreite plus je 10 cm Überstand zu und verbinde es mit den seitlichen CW-Ständern.
Schritt 4: Elektro-Leerrohre verlegen
CW-Profile haben werksseitige Aussparungen (H-förmige Stanzungen) für die Durchführung von Installationsleitungen. Breche die Stanzungen heraus und führe Leerrohre oder Kabel hindurch.
Lege die Position von Steckdosen und Schaltern fest: Standard-Steckdosenhöhe 30 cm, Schalterhöhe 105 cm ab Oberkante Fertigfußboden. Setze Hohlwanddosen (68 mm Durchmesser) an den vorgesehenen Stellen in die Gipskartonplatte ein — allerdings erst nach der ersten Beplankungsseite.
Sicherheitshinweis: Die Verkabelung und der Anschluss an das Stromnetz dürfen nur von einer eingetragenen Elektrofachkraft vorgenommen werden. Du kannst die Leerrohre verlegen, aber die Kabel müssen vom Elektriker eingezogen und angeschlossen werden.
Profi-Tipp: Verlege großzügig Leerrohre, auch wenn du heute keine Steckdose an der Stelle planst. Nachträgliches Verlegen in einer fertigen Trockenbauwand erfordert das Öffnen und Neuverspachteln der Beplankung.
Schritt 5: Erste Beplankungsseite
Verschraube die Gipskartonplatten (12,5 mm) auf einer Seite der Unterkonstruktion. Beginne an einer Ecke und arbeite dich vor.
Verschraubungsregeln:
- Schraubenabstand: 25 cm an den Rändern und Mittelprofilen
- Schrauben mindestens 10 mm vom Plattenrand entfernt setzen
- Schraubenkopf 1 mm unter der Oberfläche, Karton nicht durchstoßen
- Platten hochkant montieren (Plattenlänge = Raumhöhe ideal)
- Plattenstöße nur auf Profilen — nie frei hängend
- Kreuzfugen vermeiden (Platten um mindestens eine Profilachse versetzen)
Schneide Aussparungen für Steckdosen und Schalter mit einem Dosenbohrer (68 mm Lochsäge) oder Cuttermesser aus. Setze die Hohlwanddosen von der Rückseite ein und ziehe die Krallen fest.
Lasse zwischen den Platten 3–5 mm Fuge und am Boden 10 mm Luft (für Feuchtigkeitsschutz).
Schritt 6: Dämmung einbringen
Klemme die Mineralwolle-Matten zwischen die CW-Ständer. Die Matten sollten etwas breiter als der Ständerabstand sein (bei 62,5 cm Achsabstand und 75 mm Profilbreite: Matten mit ca. 60 cm Breite). Durch die leichte Überbreite klemmen sie von selbst und rutschen nicht.
Warum Dämmung Pflicht ist: Eine ungedämmte Trockenbauwand hat ein Schalldämmmaß von ca. 35 dB — das ist wie eine Pappwand. Mit Mineralwolledämmung steigt der Wert auf 42–48 dB. Zum Vergleich: Eine gemauerte 11,5-cm-Wand erreicht ca. 42 dB.
Materialwahl: Glaswolle und Steinwolle sind gleichwertig für den Schallschutz. Steinwolle hat etwas besseren Brandschutz (Klasse A1 vs. A2), Glaswolle ist leichter zu verarbeiten und juckt weniger.
Schutzausrüstung: Trage bei der Verarbeitung von Mineralwolle Handschuhe, Schutzbrille und eine Staubmaske (FFP2). Langärmlige, geschlossene Kleidung verhindert Hautreizungen durch Fasern.
ISOVER Akustic TP 1 Trennwandplatte (60 mm, 6,55 m²)
Speziell für Trockenbauwände entwickelte Glaswolle-Dämmplatte. Optimaler Schallschutz bei 60 mm Stärke — lässt sich sauber zwischen CW-Profile klemmen.
Schritt 7: Zweite Beplankungsseite
Verschraube die Gipskartonplatten auf der zweiten Seite nach den gleichen Regeln wie Seite eins. Allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Die Plattenstöße der zweiten Seite müssen gegenüber der ersten Seite versetzt sein — idealerweise um eine halbe Plattenbreite (62,5 cm). Das erhöht die Stabilität der gesamten Wand.
Setze auch auf der zweiten Seite die Hohlwanddosen für Steckdosen und Schalter ein. Achte darauf, dass die Dosen exakt gegenüber oder versetzt zu den Dosen der ersten Seite sitzen — je nach Installationsplan.
Doppelte Beplankung: Für erhöhten Schall- und Brandschutz kannst du jede Seite mit zwei Lagen Gipskarton beplanken (2 × 12,5 mm). Die zweite Lage wird um eine halbe Plattenbreite versetzt auf die erste geklebt und verschraubt. Das ergibt ein Schalldämmmaß von über 50 dB — vergleichbar mit einer massiven Ziegelwand.
Schritt 8: Fugen verspachteln
Die Verspachtelung ist die gleiche Technik wie bei der Rigipsdecke:
- Erste Spachtelschicht: Fugenspachtel in die Fuge einarbeiten, Bewehrungsstreifen einbetten, glatt abziehen (Spachtelbreite ca. 10 cm)
- Trocknen lassen: 12–24 Stunden
- Leicht schleifen: Grate und Unebenheiten mit Schleifgitter (Körnung 120) entfernen
- Zweite Spachtelschicht: Breitere Schicht (ca. 20 cm) für nahtlosen Übergang
- Trocknen und schleifen: Fein schleifen für glatte Oberfläche
- Schraubenköpfe: Zweimal überspachteln
- Grundieren: Tiefengrund auf der gesamten Fläche
Qualitätsstufen: Die gleichen Stufen wie bei der Decke gelten auch hier. Q2 für Standard-Tapete, Q3 für Feinputz oder Vliestapete, Q4 für Glanzlack oder Metallic-Farben.
Arbeite mit einem breiten Spachtel (25 cm) und ziehe den Spachtel in einem Zug ab. Mehrfaches Nacharbeiten hinterlässt Rillen, die unter Farbe oder Tapete sichtbar werden.
Knauf Fugenspachtel leicht (5 kg, für Gipskarton-Fugen)
Der Standard-Fugenspachtel für Gipskarton: leicht zu verarbeiten, geringes Schwundmaß und hohes Haftvermögen. 5 kg reichen für ca. 50 laufende Meter Fuge.
Häufige Fehler vermeiden
- Kein Dichtungsband: Ohne Trennstreifen an den UW-Profilen ist der Schallschutz der Wand praktisch wertlos — Schall wandert über Boden und Decke.
- CW-Profile verschrauben: Die Ständer dürfen nicht mit den Boden-/Deckenprofilen verschraubt werden. Verschraubung erzeugt Schallbrücken und verhindert den Längenausgleich bei Deckendurchbiegung.
- Dämmung weglassen: Eine ungedämmte Trockenbauwand ist akustisch transparent — man hört jedes Gespräch im Nebenraum. Mineralwolle ist Pflicht.
- Falsche Türsturz-Konstruktion: Bei Türen über 900 mm Breite reicht ein einfaches UW-Profil als Sturz nicht. Verstärkung mit UA-Profilen oder doppelten CW-Ständern verwenden.
- Kreuzfugen: Vier Plattenecken auf einem Punkt sind die häufigste Rissursache. Plattenstöße immer um mindestens 62,5 cm versetzen.
- Estrich bis an die Wand: Trockenbau-Wände stehen auf dem Rohfußboden, nicht auf dem Estrich. Der Estrich wird danach bis an die Wand geführt und mit Randdämmstreifen entkoppelt.
Kosten im Überblick
| Position | Kosten (Wand 4 m × 2,5 m) |
|---|---|
| CW-Profile + UW-Profile | 30–50 EUR |
| Gipskartonplatten (beidseitig) | 40–80 EUR |
| Mineralwolle-Dämmung | 20–40 EUR |
| Schrauben + Dübel + Dichtungsband | 15–25 EUR |
| Spachtelmaterial + Bewehrung | 15–25 EUR |
| Tiefengrund | 8–12 EUR |
| Werkzeug (falls nötig) | 100–300 EUR |
| Gesamt | 228–532 EUR |
Ein Trockenbauer berechnet für die gleiche Wand ca. 800–1.200 EUR (Material + Arbeit).
Fazit
Eine Trockenbau-Wand zu stellen ist ein Wochenend-Projekt für ambitionierte Heimwerker. Der Aufbau ist logisch und mit den richtigen Profilen und Werkzeugen gut machbar. Zwei Punkte sind entscheidend: das Dichtungsband an allen Anschlussprofilen für den Schallschutz und die Mineralwolle-Dämmung in den Ständerzwischenräumen. Ohne diese beiden Komponenten ist die schönste Trockenbauwand akustisch wertlos. Nimm dir besonders bei der Verspachtelung Zeit — sie bestimmt die optische Qualität der fertigen Wand.
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Werkstatt-Ratgeber Redaktion
Fachredaktion — geprüft und aktualisiert
Quelle: werkstatt-ratgeber.de/ratgeber/trockenbau-wand-anleitung







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