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Erdung & Potentialausgleich — Was ist das? Einfach erklärt

Erdung & Potentialausgleich — Was ist das? Einfach erklärt

Was bedeuten Erdung und Potentialausgleich? Definition, Anwendung und Praxistipps für Handwerker. Verständlich erklärt im Werkstatt-Ratgeber Lexikon.

lexikon18. November 2025
Inhaltsverzeichnis

Was ist Erdung und Potentialausgleich?

Die Erdung ist die leitfähige Verbindung eines elektrischen Systems mit dem Erdreich über einen Erder (Fundamenterder, Staberder). Der Potentialausgleich verbindet alle metallischen Systeme eines Gebäudes (Wasser-, Gas-, Heizungsleitungen, Blitzschutz, Antennenanlagen) mit der Haupterdungsschiene. Beide zusammen verhindern gefährliche Berührungsspannungen und sorgen dafür, dass im Fehlerfall der Schutzleiter (PE) und der FI-Schutzschalter zuverlässig auslösen.

Anwendung in der Praxis

Im Elektrohandwerk ist der Potentialausgleich eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen nach DIN VDE 0100-410. Jedes Gebäude braucht einen Hauptpotentialausgleich (HPA), der alle eingeführten metallischen Leitungen mit der Haupterdungsschiene (HES) verbindet. In Bädern und Feuchträumen ist zusätzlich ein örtlicher Potentialausgleich (ÖPA) vorgeschrieben — alle metallischen Teile im Umkreis der Badewanne/Dusche müssen verbunden sein. Der Erdungswiderstand sollte nach DIN VDE 0100-600 unter 2 Ohm liegen. Bei der Erstprüfung und wiederkehrenden Prüfung wird der Schleifenwiderstand gemessen, um sicherzustellen, dass im Fehlerfall genug Strom fließt, um die Sicherung oder den FI auszulösen.

Wichtige Kennzahlen

  • Erdungswiderstand: < 2 Ω (Empfehlung DIN VDE)
  • PA-Leiter Mindestquerschnitt: 6 mm² Cu (HPA), 4 mm² Cu (ÖPA)
  • Berührungsspannung: Max. 50 V AC (Normal), 25 V AC (Feuchtraum)
  • Abschaltzeit TN-System: 0,4 s bei 230 V (Endstromkreise)
  • Abschaltzeit TT-System: 0,2 s (über RCD / FI-Schutzschalter)
  • Fundamenterder: Mindestens 2,5 m Bandstahl 30×3,5 mm verzinkt
  • Prüfintervall: Alle 4 Jahre (gewerbliche Anlagen nach DGUV V3)

Verwandte Begriffe

Praxis-Tipp

Prüfe bei älteren Gebäuden (vor 1990) immer zuerst, ob ein Fundamenterder vorhanden ist. Ohne funktionierenden Erder ist der gesamte Schutzleiterstromkreis wirkungslos — der FI löst dann ggf. nicht aus. Ein nachträglicher Staberder (1,5 m Kreuzerder) kostet nur ca. 30–50 € Material, kann aber Leben retten.

#erdung #potentialausgleich #elektro #sicherheit

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WR

Werkstatt-Ratgeber Redaktion

Fachredaktion — geprüft und aktualisiert

Geprüft am 18. November 2025

Quelle: werkstatt-ratgeber.de/lexikon/erdung-potentialausgleich